Jahrestagung

Die Jahrestagung der Deutschen Dante-Gesellschaft ist neben dem Dante-Jahrbuch das wichtigste Forum für die Begegnung von Wissenschaftlern, Künstlern und Dante-Freunden.

Die Jahrestagungen finden an wechselnden Orten statt. Sie zielen inhaltlich auf ein interdisziplinäres Vortragsprogramm ab, das sich literarischen, linguistischen, historischen, philosophischen, kunst- und musikgeschichtlichen, kultur- und rezeptionsgeschichtlichen sowie anderen Problemen widmet, denen eine über die Dante-Interpretation hinausgehende, grundsätzliche Bedeutung zukommt.

Die Vorträge der Jahrestagungen sind für jeden offen, interessierte Gäste, die nicht Mitglieder sind, sind immer herzlich willkommen.

Kommende Jahrestagungen

 

 

Dante und die Pop-Kultur
Ankündigung der Jahrestagung der Deutschen-Dante-Gesellschaft,

Hamburg 2018

Dantes Göttliche Komödie ist ein Stück Weltliteratur, das seit seiner Entstehung im 14. Jahrhundert bis heute in intermedialen Ausdrucksformen kommentiert, ediert und neumodelliert wird. Dies gilt von den frühen Codices, welche den Text mit Bildprogrammen illustrieren, bis hin zu den Pop-Kulturen des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts, die den poema sacro meist in hybriden Formen zu unterschiedlichsten Zwecken aktualisieren. Eine wesentliche Voraussetzung dafür liefert der Text aus dem 14. Jahrhundert eigens, indem er das Paradigma einer christlichen Jenseitsordnung in einer bildhaften Sprache ausgestaltet, welche spätere Muster und Formen der Wahrnehmung und der Repräsentation von Wirklichkeit vorwegzunehmen scheint. Prominent haben dies vor langer Zeit die Arbeiten von Erich Auerbach gezeigt. In jüngerer Vergangenheit knüpft eine Vielzahl von Forschungsbeiträgen daran an und untersucht, in welchen Formen die produktive Aneignung der Commedia in Handschriften, Kommentaren, Literatur, Kunst, Film über die Jahrhunderte verläuft.

Dabei sind vermehrt auch solche Transformationen des Danteschen Weltgedichts in den Blick geraten, die weniger textbezogen sind und die das Dantesche Material in heterogener Weise
aufgreifen, um es für die Modellierung zeitgenössischer Problemlagen fruchtbar zu machen. Die internationale Pop-Kultur der Postmoderne bietet für solche Metamorphosen der Commedia ein weites Untersuchungsfeld. Man denke zum Beispiel an Comics, Graphic Novels, Pop-Musik oder Formen des (experimentellen) Films sowie der bildenden Kunst aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Sie werfen implizit zwei Fragen auf: Zum einen die danach, inwieweit sich die Beobachtung textferner Metamorphosen der Commedia historisieren lässt. Zum anderen ist zu fragen, ob es heute so etwas wie eine globale Dante-Kultur gibt, in der der Dichter und sein Werk als Katalysator bald spannungsreicher, bald konvergierender Diskussionen fungiert.

(Michael Schwarze)

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