92. Weimar 2015

Hier das Programm (kurzfristige Änderungen vorbehalten) für die Lesung der „Divina Commedia“anlässlich der 92. Jahrestagung der DDG in Weimar:

Dante in Weimar

Lesung der Göttlichen Komödie in drei Teilen

16.-18. Oktober 2015

Weimar ‒ Deutsches Nationaltheater ‒ E-Werk/Maschinensaal

Am Kirschberg 4

Programm

Freitag, 16.10.

18:00 Begrüßung

18:15-19:20 Hölle 1-3 Verena Buss
Übers.: H. Köhler

Hölle 4-5, 7
Übs.: Philalethes

19:30-20:50 Hölle 8-9, 11-12 Paul Enke
Übs.: Philalethes

Hölle 13-15, 17
Übs.: Karl Vossler

21:00-22:20 Hölle 18-19, 21 Ulrike Götz
Übs.: Karl Vossler

Hölle 23-27
Übs.: Georg Peter Landmann

22:30-23:30 Hölle 28-30 Markus Fennert
Übs.: Georg Peter Landmann

Hölle 31-33
Übs.: Karl Witte

Samstag, 17.10.

16:00-17:20 Hölle 34 Elke Wieditz
Übs.: Philalethes

Läuterungsberg 1-3
Übs.: Philalethes

Läuterungsberg 4-7
Übs.: Karl Vossler

17:30-18:50 Läuterungsberg 8-11 Bernd Lange
Übs.: Karl Vossler

Läuterungsberg 11-13, 15-16
Übs.: Hartmut Köhler

19:00-20:20 Läuterungsberg 17-20 Tobias Schormann
Übs.: Hartmut Köhler

Läuterungsberg 21-24
Übs.: Hans Werner Sokop

20:40-22:00 Läuterungsberg 25-29 Sebastian Kowski
Übs.: Hans Werner Sokop

Läuterungsberg 30-33
Übs.: Georg Peter Landmann

22:10-23:30 Paradies 1-4 Rudolf Guckelsberger
Übs.: Karl Witte

Paradies 5, 7, 10-11
Übs.: Hartmut Köhler

Sonntag, 18.10.

10:00-11:20 Paradies 13, 15-17 Rudolf Guckelsberger
Übs.: Hartmut Köhler

Paradies 19-21, 23
Übs.: Hans Werner Sokop

11:30-13:00 Paradies 25-28 Verena Buss
Übs.: Karl Vossler

Paradies 30-33
Übs.: Philalethes

Eintrittskarten unter www.nationaltheater-weimar.de oder Kartentelefon + 49 (0)3643 / 755-334

Bericht zur 92. Jahrestagung – Jubiläumstagung in Weimar

Dante in Weimar.

Jubiläumstagung und Jahreshauptversammlung 2015 der Deutschen Dante-Gesellschaft in Weimar

(Prof. Dr. Rainer Stillers)

Vom 16. bis 18. Oktober 2015 fand in Weimar die Jahrestagung der Deutschen Dante-Gesellschaft statt. Es war die 92. Tagung seit der Gründung der DDG und die 69. Tagung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die DDG konnte in diesem Jahr nicht nur, wie an vielen Orten weltweit, den 750. Geburtstag Dante Alighieris feiern, sondern zugleich das 150-jährige Bestehen der Gesellschaft seit 1865. Weimar war seit 1921 bis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Sitz der Gesellschaft, und da die DDG durch die Zusammenführung der Buchbestände an der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek und der Archivbestände am Goethe- und Schiller-Archiv zunehmend in Weimar präsent ist, lag es nahe, die Stadt als Ort der Jubiläumstagung zu wählen. Vorstand und Mitgliederversammlung hatten zudem dafür plädiert, die Tagung in einer außergewöhnlichen Form zu gestalten, nämlich eine möglichst vollständige Lesung der „Göttlichen Komödie“ in deutschen Übersetzungen in den Mittelpunkt zu stellen.Für die Kooperation bei diesem Projekt konnte glücklicherweise das Deutsche Nationaltheater Weimar gewonnen werden, das als Veranstaltungsort den „Maschinensaal“ des ehemaligen „E-Werks“ zur Verfügung stellte, einen zu den auf Stimme und Wort konzentrierten Lesungen sehr gut passenden Saal. Die Lesung wurde sowohl von Schauspielerinnen und Schauspielern des DNT (Sebastian Kowski, Bernd Lange, Tobias Schormann, Elke Wieditz) als auch von freien Schauspielerinnen bzw. Schauspielern und Sprecherinnen bzw. Sprechern (Verena Buss, Paul Enke, Markus Fennert, Ulrike Götz, Rudolf Guckelsberger) gestaltet. Aus der Vielzahl der deutschen Übersetzungen waren zwei der ältesten (Philalethes, Karl Witte) ausgewählt worden, die engstem Bezug zur Gründung der DDG stehen, sodann mit der Fassung Karl Vosslers eine ungereimt-metrische und mit der Übersetzung Georg Peter Landmanns eine konsequent prosaische. Von den neuesten wurden die Terzinenversion von Hans Werner Sokop und die Prosa-Übertragung von Hartmut Köhler vorgetragen. Die Lesungen begleitete eine von Dorothea Kraus, Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit der DDG, gestaltete Videoprojektion, welche die Sprachrezitation der einzelnen Gesänge mit Malereien und Zeichnungen aus allen Epochen der Dante-Rezeption begleitete.

            Am Freitag, dem 16.10., bildete den Auftakt zur eigentlichen Tagung ein einführender Vortrag von Dr. Karl Philipp Ellerbrock (Universität Jena) zur Ausstellung „Dante – ein offenes Buch“ sowie eine Führung durch die Ausstellung selbst, die, kuratiert von Prof. Dr. Edoardo Costadura (Universität Jena) und Herrn Ellerbrock vom 21.8.2015 bis 26.6.2016 im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gezeigt wurde. Nach der Begrüßung der Tagungsteilnehmer durch den Direktor der Bibliothek, Dr. Michael Knoche, der unter anderem die Bedeutung der Dante-Bestände für die Bibliothek hervorhob, und einem Grußwort des kurz zuvor neu berufenen Direktors des Italienischen Kulturinstituts Berlin, Prof. Dr. Luigi Reitani, der auch im Namen des Botschafters der Republik Italien der Tagung ein erfolgreiches Gelingen wünschte, eröffnete Prof. Dr. Rainer Stillers als Vorsitzender der DDG die Tagung, wobei er insbesondere für die Möglichkeit der Kooperation zwischen DDG und der Klassik Stiftung Weimar dankte. In seinem Vortrag erläuterte Karl Philipp Ellerbrock die Konzeption und Struktur der Ausstellung sowie die Auswahl der Exponate und ging sodann auf die Bedeutung eines Großteils der ausgestellten Bände, Dokumente und Kunstwerke für die kulturgeschichtliche Dante-Rezeption im späten 18. und im 19. Jahrhundert, insbesondere in Weimar, ein. Anschließend führte Prof. Costadura die Teilnehmer durch die Ausstellung.

            Im „Maschinensaal“ des „E-Werks“ begrüßte um 18 Uhr Frau Beate Seidel, die Chefdramaturgin des Deutschen National-Theaters, das dort zahlreich versammelte Publikum. Sie dankte für die gute Zusammenarbeit mit der DDG und wünschte einen erfolgreichen Verlauf der Veranstaltungen. Prof. Stillers dankte seinerseits dem Theater sowie den Schauspielerinnen und Schauspielern, die zur Gestaltung der Lesung gewonnen worden waren. Prof. Reitani übermittelte dem Publikum den Gruß der Botschaft und des Kulturinstituts.

            Die Lesung war in „Blöcke“ von ca. 80 Minuten gegliedert, an die sich jeweils eine Pause von ca. 10 Minuten anschloss, eingeleitet jeweils von einer Musikeinspielung aus der „Kunst der Fuge“ von J.S. Bach in der Fassung des Berliner Saxophon Quartetts. Gelesen wurde wie folgt (in Klammern sind die Übersetzer angegeben):

18:15Verena Buss: Gesänge 1-3 (Hartmut Köhler), 4-7 (Philalethes);

19:30Paul Enke: Gesänge 8-12 (Philalethes), 13-17 (Karl Vossler);

21:00Ulrike Götz: Gesänge 18-21 (Vossler), 23-27 (Georg Peter Landmann);

22:30Markus Fennert: Gesänge 28-30 (Landmann), 31-33 (Karl Witte).

            Am Samstag, dem 17.10., fand um 11:00 im „E-Werk“ die Mitgliederversammlung statt. Dem Bericht des Vorsitzenden folgte der Kassenbericht der Geschäftsführerin Wilma Maria Estelmann. Die Herausgeberin des Jahrbuchs, Christine Ott berichtete über die Vorbereitung eines Sonderbands für 2016, in dem u.a. die Vorträge einer Potsdamer Ringvorlesung von 2014 gedruckt werden sollen. Frau Dorothea Kraus wies als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit auf die Möglichkeit hin am E-Mail-Verteiler der DDG teilzunehmen. Nach der Entlastung des Vorstandes durch die Mitgliederversammlung musste, als Änderung der Satzung, aus formalen Gründen erneut über die (schon 2014 in Münster grundsätzlich beschlossene) Verlegung des Sitzes der DDG nach Weimar beraten und abgestimmt werden. Auch eine Ehrenmitgliedschaft wurde von der Versammlung verliehen, und zwar an den langjährigen Vorsitzenden Winfried Wehle. Um 16 Uhr wurde die Lesung der „Göttlichen Komödie“ im „E-Werk“ fortgesetzt.

            Die Samstagslesungen setzten mit dem 34. Gesang der „Hölle“ in der Philalethes-Übersetzung ein, durchliefen den Läuterungsberg und entließen das Publikum mit dem 11. „Paradies“-Gesang in die Nacht.

16:00 Elke Wieditz: Hölle, Gesang 34 (Philalethes), Läuterungsberg, Gesänge 1-3 (Philalethes), 4-7 (Vossler);

17:30 Bernd Lange: Gesänge 8-11 (Vossler), 11-16 (Köhler);

19:00 Tobias Schormann: Gesänge 17-20 (Köhler), 21-24 (Hans Werner Sokop);

20:40 Sebastian Kowski: Gesänge 25-29 (Sokop), 30-33 (Landmann);

22:10 Rudolf Guckelsberger: Paradies, Gesänge 1-4 (Witte), 5-11 (Köhler).

            Der letzte Lesungszyklus am Sonntagvormittag begann um 10 Uhr mit einem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Weimar, Herrn Stefan Wolf. Es folgte die Lesung des „Paradieses“ vom 13. Gesang bis zum Schluss der „Commedia“.

10:00 Rudolf Guckelsberger: Paradies, Gesänge 13-17 (Köhler), 19-23 (Sokop);

11:30 Verena Buss: Gesänge 25-28 (Vossler), 30-33 (Philalethes).

            Erfreulich war der durchweg gute Besuch der Lesungen, die viele der Zuhörer zweifellos unerwartet tief beeindruckten ‒ durch den Ausdrucksreichtum der unterschiedlichen Übersetzungen und noch mehr durch das ausnahmslos hohe Niveau der Vortragenden, die die gesamte Spannweite der Dante-Rezitation zwischen subtil und expressiv zu beherrschen wussten.